150 Jahre Vorarlberger Bahn

Markus Pastella

Am 30. Juni 1872 fuhr der erste Zug, gezogen von der Dampflokomotive Bregenz, durch den Walgau. „Eine mächtige Pulsader, feurig und siedewallend, zieht durch das Land, es ist die Verkehrsader der Eisenbahn, welche in alle Aeste und Zweige des Verkehrs in Berg und Thal ausströmt, und sich wieder zurückergießt.“ So leitete der k.k. Notar Dr. v. Gilm seine pathetische Rede im Gasthaus zum Weißen Kreuz beim Bludenzer Bahnhof ein.

Funken, Scheibenschlagen, Fackelschwingen & Feuerräder

von Markus Pastella

„Und zu derselben Zeit, in der unser Funke gen Himmel loderte, unsere Fackeln verwirbelten und unsere Hexe in nichts zerstob, flammten in jedem Dorfe, jedem Weiler des Walgaues die Funken empor, und wer von einer Anhöhe, etwa vom lieblichen Mariagrün aus, Umschau hielt, der konnte der Feuer in den Tälern und auf den Höhen nach Hunderten zählen und mußte ob all der wunderbaren Schönheit wohl zu träumen wähnen.“ So beschrieb der in Bludenz gebürtige Volksschriftsteller Josef Wichner in seinem 1893 erschienenem Buch „Im Schneckenhause“ den Funkensonntag im Walgau. Doch warum brennen alljährlich am Sonntag nach Aschermittwoch die Funken und seit wann gibt es diesen Brauch?

Auswanderung aus dem Walgau

Oberländer Migrationen seit dem 18. Jahrhundert. Erst seit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ist Vorarlberg ein Einwanderungsland. Im 18. und 19. und bis weit ins 20. Jahrhundert war es umgekehrt. Vorarlberg war Auswanderungsland. Ein Umstand kennzeichnet aber alle Menschen, die ihr Glück in der Fremde suchen: sie sind getrieben von Not und geleitet von Hoffnung.

Flurnamen im Walgau

Baschgär, Jumpflida oder Zitz? Was bedeuten Brola, Büntabrünna, Dabalada, Diola, Fahn, Fäscha, Fislis, Fabelina, Flana, Fuschgel, Galonga, Nohla, Rifa, Tomma oder Vanella? Womöglich wohnen Sie in Frommengärsch und würden gerne wissen, woher diese Bezeichnung kommt? Dies alles sind Beispiele für klangvolle Flurnamen im Walgau.

Brauchtum: Pumatragen in Bürs

von Monika Kühne

"Wo die Pomeranzen tanzen". In Bürs wird am ersten Fastensonntag nicht nur ein Funkenfeuer entzündet, auch uralte Lampions erleuchten die Nacht. Ronald Rettenberger, Mitglied des "Bürscher Fasnatvereins", aktiver Fasnatrat und Ehrenmitglied des Verbands Vorarlberger Fasnatzünfte und -gilden, kümmert sich als „Pumameister“ seit Jahrzehnten um den einzigartigen Brauch. Weshalb sie Puma heißen und jeder die schwerste tragen will, darüber erschien im Servus-Magazin (2016) folgende Reportage.

Wie der Walgau zu seinem Namen kam

Markus Pastella

Der Name Walgau entstand, als im südlichen Vorarlberg noch die rätoromanische Sprache vorherrschte. Die Rätoromanen wurden von den bereits deutsch oder vielmehr alemannisch sprechenden Rheintalern als „Walche“ oder „Welsche“ bezeichnet. Wie aber hieß der Walgau früher und warum bezeichnete man Romanen als Welsche? Was verbindet den Walgau namentlich mit den Walisern aus Wales und den Walsern aus dem Wallis?

Schwabenkinder aus dem Walgau

von Monika Kühne

Über Jahrhunderte gingen aus jeder Walgaugemeinde zwischen Josefi und Martini schulpflichtige Kinder im Alter von 6 bis 14 Jahren ins Schwabenland „gastarbeiten“: Schwabenkinder, Hütekinder – das war bittere Armut, weite Wege, manchmal noch im Schnee, Heimweh, Arbeit und die Abhängigkeit von einem fremden Dienstherrn. Das war aber auch das doppelte Häs im Herbst, festes Schuhwerk und vielleicht sogar ein paar Gulden. Jahrhundertelang währte dieser Austausch zwischen dem Alpenraum und dem Hinterland nördlich des Bodensees. 

Reich an Burgen

von Monika Kühne

Der Walgau ist "reich an Burgen": Burgen die heute noch bestehen und "in Betrieb" sind (z.B. Schattenburg), Burgen die verfallen, aber in ihren Grundzügen oder Resten restauriert wurden (z.B. Ramschwag, Sigberg), Burgen die restauriert werden könnten/sollten, jedoch wegen relativ geringer noch vorhandener Baussubstanz oder aus Mangel an finanziellen Mitteln wohl nicht (mehr) restauriert werden und schließlich Burgen, die nur noch in ihrem Namen und in wenigen Relikten gerade noch vorhanden sind.